Mit viel Glück erhielten wir einen Platz auf der Fähre nach Tasmanien. Unser Max ist mit dem Dachzelt für einen regulären Platz zu gross und die hohen sind sehr beliebt. Nach kurzer Zeit auf der Warteliste konnten wir aber unsere Fahrkarten doch noch erwerben.

Erste Tage im grünen

Bereits im Dunkeln rollten wir dann die Fährenrampe runter. Uns fiel sofort das Grün auf. Wann hatten wir zuletzt eine grüne Wiese gesehen? Auf dem Festland sind die alle gelb. Mit viel Vorfreude stellten wir beim nächst gelegenen Campplatz unser Nachtlager auf und träumten von den unzähligen Dingen, die wir hier erleben werden.

Die ersten Regentage liessen nicht lange auf sich warten, wir waren aber darauf eingestellt und setzten unser ausgeklügeltes Schlechtwetterprogramm um. Gemächlich fuhren wir in östliche Richtung. Wir machten Halt an den Mole Creek Höhlen, um die Stalaktiten anzuschauen, die über jahrmillionen aus kleinsten Wassertropfen entstanden sind. Wie in den Höhlen Neuseelands leben hier auch wieder Glühwürmchen, fotografieren war aber strengstens verboten.

Richtungswechsel zu den Cradle Mountains

Wir campten gerade um ein paar Kängurus des Narawntapu Nationalparks, als uns auffiell, dass im Osten der Regen in den nächsten Tagen zäher sein soll. Zum Glück ist Tasmanien vergleichsweise klein und wir konnten problemlos noch die Richtung nach Westen ändern. Der nächste Halt lautete somit Cradle Mountain und die für ihre Schönheit berühmte Ostküste muss ein bisschen länger auf unseren Besuch warten.

Da wir erst am späteren Nachmittag ankamen, machten wir nur eine erste kurze Rundfahrt und spazierten dem Fluss entlang, wie immer (erfolglos) nach einem Schnabeltier suchend. Der Blick an diesem Tag hoch in die Berge war famos. Leider wurde unser Spot, kaum haben wir die ersten Bilder geschossen, von unzähligen anderen Touristen auch in Beschlag genommen. Also blieb dann leider das gemeinsame Foto aus.

Am nächsten Tag steckten wir früh in den Wanderschuhen. Ohne festes Ziel liefen wir los. Ganz nach oben kraxeln wollten wir nicht und im unteren Bereich gibt es Wanderwege, die sich gut kombinieren lassen. So kams, dass wir am Ende doch fast acht Stunden hoch und runter wanderten, immer wieder wunderschöne Ausblicke ins seenreiche Tal oder hoch in die Berge genossen. Beim letzten Abstieg lagen überall Kotspuren von Wombats. Von diesem Tier, haben wir noch keine Nahaufnahme, somit steht es hoch auf unserer Wunschliste. Wo stecken die denn alle? Daniel erspähte eines versteckt hinter dichtem Gras. „Immerhin“, dachten wir und liefen in Richtung des Busstopps. Und da waren sie, auf einer Wiese tummelten sich mehr oder weniger nahe ganz viele dieser Tiere und die Kamera lief besonders bei den Jungtieren warm.

Das wars dann aber noch nicht mit den Tiersichtungen. Der Campingplatz direkt vor Ort, hat richtig hohe Preise. So fuhren wir 50 Kilometer weiter. Das kleine unscheinbare Dorf Waratah war nicht von unserer Route wegzudenken. Hier campt man nämlich direkt neben dem Schnabeltier-Sichtungs-Areal. Und nur mit wenig Geduld und Daniels Adleraugen, konnten wir vier herzige Schnabeltieren beim Schwimmen beobachten. Was für ein wunderschönes Geschöpf!

Noch tiefer in den kühlen Regenwald – Strahan

Mit unserem Max fuhren wir weiter Richtung Westen, durch einen der letzten kaltgemässigten Regenwälder der Welt. Wir stoppten bei der Kupfermine in Queenstown. Seit 2014 arbeitet hier keiner mehr, drei Todesfälle und Naturereignisse führten zur Schliessung. Der Blick über die kupfrigen Berge und ins blaue Wasser sind ein wunderschönes Farbenspiel. Wir kamen zu spät in Strahan an, um die Bootstour mitzufahren. So liessen wir den Tag auf den wandernden Dünen und am grössten Strand Tasmaniens ausklingen.

Blauer Himmel und warme Sonnenstrahlen begleiteten uns am nächsten Tag. Die perfekten Bedingungen für eine Rundfahrt durch den Regenwald. Es stellte sich heraus, das kommerzielle Schiffe nur noch einen kurzen Abschnitt des Gordon-River hochfahren dürfen. So lag der Fokus der Tour auf der historischen Insel Sarah, die ein Straflager für Schwerverbrecher war. Es galt als Hölle auf Erde. Auspeitschungen, Einbuchtungen in engen Räumen ohne Fenster und Kriminalität waren hier Alltag. Abhauen galt als zwecklos, die grosse Wildnis erstreckte sich ringsum. Bis einer die Qualität des Ortes erkannte, die Sträflingen zu Bootsbauer schulte, ein sittsames Leben entstand. Trotzdem wurde kurz darauf das Gefangenenlager geschlossen und die Sträflinge ins noch üblere Port Arthur gesteckt. Etwa ein Dutzend Sträflinge blieben zurück, um das letzte Schiff fertigzustellen. Sie waren clever genug, damit bis nach Chile abzuhauen. Als sie dann Jahre später gefasst wurden, mussten sie sich wegen Piraterie vor Gericht verantworten. Vorgesehene Strafe war Tod durch den Galgen. Durch ihre umwerfende Geschichte, wurden sie dann aber freigesprochen. Es gab überhaupt kein Schiff! Die frisch gefertige Frederick war noch nicht registriert, somit haben die zwölf nur einen Haufen schwimmendes Baumaterial und kein Schiff gestohlen. Diebstahl gilt nicht als Piraterie und sie lebten glücklich und zufrieden weiter.

Im abgelegenen Regenwald selber, durften wir genau einen 400 Meter langen Weg abmarschieren.

Von nun an geht die Fahrt Richtung Osten. Was wir dort alles erlebten, werdet ihr bald schon in unserem nächsten Blog lesen.

2 Replies to “Der wilde Westen von Tasmanien”

  1. Hallo ihr beide wow wieder schöne foto die euch schicke vor allen die mit weisse blüte ist das von art kaktus danke viiel vergenugen hab euch lieb oovi

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