Reiseroute

Nachdem wir dieses Mal den Nullarbor durchfahren haben, ging es nicht auf dem schnellsten Weg nach Adelaide. Ohne Transfercar sind wir nicht ganz so im Schuss. Wir machen einen kleinen Abstecher, um die Eyre Halbinsel zu besuchen. Wir liessen uns sagen, dass es nicht ganz so touristisch hier sei.

Nehmt euch Zeit:

In letzter Zeit treffen wir viele Australier an, die im Van leben oder auf Reisende die fast doppelt so viel Zeit wie wir in Australien verbringen werden. Wir hören dann oft: „Nehmt euch Zeit!“ Hierbei verdrehen wir schon fast die Augen. Zum Glück konnten wir es bisher immer verkneifen. Wir haben uns das vorgängig überlegt. Wir möchten während  dem jetzigen australischem Roadtrip die Highlights sehen. Ja die liegen halt einige tausend Kilometer auseinander und deshalb gibt es Tage an denen wir kaum etwas anderes machen als fahren, auch wenn es der längste Roadtrip unseres Lebens sein wird. Wir müssen nicht jede Bucht, jeden Nationalpark und jeden Delfin gesehen haben. Klar sind alle sehenswert und vielleicht kommen wir eines Tages zurück und schauen uns ein Fleckchen dieses vielseitigen Landes im Detail an, aber vorerst  möchten wir einmal mit Schwung rundum, deshalb wählen wir bewusst aus, was wir sehen möchten, nehmen uns dann Zeit dafür und reisen dann weiter. So sind wir insgesamt fünf Nächte auf der Eyre Halbinsel während andere Reisende einen ganzen Monat hier verbringen. So gibt es auch für dich, einen Eindruck dieses Fleckchens im Schnelldurchlauf:

Südafrikanische Seebären in Australien

Südafrikanische Seebären sind nicht nur in Südafrika beheimatet, sondern auch hier. Sie wurden wie viele andere Robben fast bis zur Ausrottung gejagt. Nach dem dies verboten wurde, erholten sich die meisten Arten schnell wieder, in Neuseeland sahen wir das mit eigenen Augen. Einige Eigenschaften der Südafrikanischen Seebären lässt die Population nicht ganz so schnell wachsen. So sind sie vermehrt Gefahren wie Geisternetzen beim Jagen ausgesetzt, da sie vermehrt bis zum Meeresgrund abtauchen, zudem kriegen sie nicht jährlich ein Junges, sondern nur alle 18 Monate. Daher gehören sie noch immer zu den meist gefährdeten Säugetiere des Meeres. 

Am Point Labatt konnten wir die grösste Kolonie des australischen Festlandes beobachten. Unser Zoom genügte nicht, diese Tiere abzulichten. So nahmen wir den Trick von Costa Rica auf und fotografierten durch unser Fernglas. Es war eine sehr wackelige Sache. Dementsprechend sind die Bilder verschwommen, aber besser als nichts allemal!

Eines der Seehundebabys schrie ganz lauf. Wir vermuteten, dass es vor lauter Hunger seine Mama vermisst. Es robbte dann bis ins Meer und verschwand, vermutlich auf der Suche nach seiner Mutter. Wir sind uns uneinig, ob es den Schwumm auf eigene Faust überlebt hat. Was denkst du?

Coffin Bay:

Kaum bogen wir um die erste Kurve, stand da ein Emu. Genau für das waren wir hier. Ein Park voller Wildtiere.

Nach einer erholsamen Nacht liessen wir unser Zelt das erste Mal seit der Abreise in Perth aufgebaut. Zu  Fuss machten wir uns auf den Weg, die vielen Emus vor Ort zu suchen. Es war aber enttäuschend, nur einer  flitzte bei unserem Spaziergang an uns vorbei. Kängurus sahen wir dafür ganz viele!

Nach einer weiteren Nacht bereitete ich das Frühstück vor und Daniel ‚räumte im Zelt auf‘. Da passierte es, zwei Emus spazierten gemächlich an unserem Campingplatz vorbei! Endlich konnte ich ein anständiges Foto dieser Tiere machen und wir konnten entspannt den Park verlassen.

Whalers Way:

Um das grosse Tor vor dem Whaler Way zu öffnen, muss man bei der Tourist Info den Schlüssel gegen eine Gebühr holen. Gravel-Roads machen Yasmin noch immer grosse Angst, seit wir in Hawaii am Strand feststeckten. So hielt sie ganz oft die Luft an und schrieb ihrem Bruder er solle am nächsten Tag einem Suchtrupp losschicken, falls er nichts mehr höre. Nur so konnte sie die Ausblicke an der schroffen Küste geniessen. Die längste Zeit über sahen wir keine andere Menschenseele. Friedlich und unheimlich zu gleich!

Dann wurde der Albtraum wahr… aber nicht für uns! Daniel meisterte problemlos alle steinigen und sandigen Passagen dank unserem tollen Max und der erstklassigen Ausrüstung. Wir wollten gerade unser Nachtlager aufbauen, als wir einen anderen Reisenden ohne Auto erblickten. Nach typisch freundlichen Aussie-Smalltalk, erzählte er dass er im Sand stecken blieb und er seit fünf Kilometern unserer Spur gefolgt sei, in der Hoffnung, dass wir im helfen. Aber er würde auch zurücklaufen und auf ein anderes Auto warten. Klar, davon gibt es ja so viele hier. 😂 Auch sein Campervan hatten wir im Nu draussen und einen neuen Freund erst noch gewonnen. Ob diese Erfahrung, die schlechte in Hawaii vergessen lässt, wird sich bei nächster Gelegenheit zeigen.

Koala-Spotting

Bei der Hin- und Rückfahrt zu dieser Attraktion hielten mitten in der Pampa, das Camping-App nannte diesen Ort Koala-Spotting. Unüberzeugt schauten wir die Bäume und Astgabeln an. Wir strollten etwa 15 Minuten erfolglos durch Gebüsch, bis uns ein Koala auffiell. Unser erster Koala in freier Wildbahn, einfach mitten neben einer Strasse! Da fiell es uns wie Schuppen von den Augen und wir entdeckten immer mehr. Das besondere Highlight war der schnuckelige Anblick einer Mama mit Jungtier!

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