Ein bisschen Komfort muss sein, deshalb nahmen wir das Flugzeug, um das zweite Land unserer Reise zu erreichen. Die alternative Route wäre (mit Bus, Taxi, zu Fuss und dann wieder eine Kombination aus Taxi und Bus) sehr umständlich gewesen. Definitiv zu viel Abenteuer für Yasmin. Auch wenn es in Kolumbien sehr viel zu sehen gäbe, entschieden wir, uns auf drei Städte zu beschränken:

Cali – Dankbar für Freunde

Am Anfang danken wir von Herzen unsern beiden Gastgebern Juan und Melissa. Daniel kennt Melissa von seiner Australienreise. Als sie erfuhr, dass wir nach Cali kommen, haben sie und ihr Mann uns direkt zu sich nach Hause eingeladen. Die zwei Goldschätze haben sich das ganze Wochenende freigenommen und uns die Region gezeigt. Von Herzen sagen wir danke!
wir_vier_drohne_aussicht
Sie fuhren mit uns nach Salento, es ist etwas wie ein Bergdorf. Auf der Fahrt zeigten wir ihnen Schweizer Musik. 77th Bombay Street hat dadurch einen neuen Fan. 😂 Im Städtchen gab es kleine Shops mit handgefertigten Produkten und gutem Kaffee. Wer keinen trinkt, wird spätestens in Kolumbien eines besseren belehrt. Einmal gab es sogar einen Hamsterkaffee:
kaffee_kolumbien

Wir liefen in brühender Hitze zu zwei unterschiedlichen Aussichtspunkten und genossen den Blick auf Vulkane, Wälder und Täler. Wir ärgerten uns ein bisschen, unsere Drohne vergessen zu haben.

Während unseres Aufenthalts in Cali bebte zweimal die Erde. Melissa und Juan stuften diese als stark ein. Das erste verpasste Daniel komplett. Ich hatte das Gefühl, das Bett wackle, weil jemand im Wohnhaus so fest auftritt. Beim zweiten brauchte es ebenso einige Sekunden, bis wir realisierten, dass die Erde an unserem Stuhl rüttelt und nicht etwa eine vorbeilaufende Person. Das Epizentrum der Erdbeben lagen beide beim Vulkan von Salento. Wir hoffen füt unsere lieben Freunde, dass er bald wieder Ruhe gibt!
vulkan_salento
Foto wurde von Juan gemacht.
Viele weitere Sehenswürdigkeiten wurden uns in der Stadt gezeigt und wir machten fleissig Fotos. Am besten gefielen uns die kolumbischen Spezialitäten, deren Namen wir direkt wieder vergessen haben. Bei Cristo del Rey hatten wir unsere Drohne dabei und konnten sie das erste Mal auf der Reise brauchen.Das schönste an dieser Zeit waren die Gespräche mit Freunden über die kolumbanische Kultur, unser Leben, Gott und die Welt. Wir hatten eine Menge Spass!

Medellin – Kampfgeist einer einst gefallenen Stadt

Wir waren sparsam und nahmen noch einmal den Nachtbus für eine neun stündige Fahrt.

Totmüde von der ungemütlichen Reise machten wir trotzdem direkt nach der Ankunft bei der Free Walking Tour von ‚Real City‘ mit. Unser Guide war unglaublich. Er sprach ganz offen über die dunkle Zeit dieser Stadt. Das ist hier nicht selbstverständlich, viele möchten einfach die Tragödie vergessen. Wer ‚Narcos‘ gesehen hat, weiss wovon wir schreiben. Ein einziger Mann mit seinem Kartell herschte mit Gewalt und Korruption während der 80ger und 90ger Jahre in dieser Stadt. Die Polizei und der Staat waren machtlos. Terror und Morde waren allgegenwärtig. Wir sind sprachlos, über die Geschichten der Stadt und seine persönliche Erlebnisse. Seine Familie verlor alles, Familienangehörige wurden entführt und sein Bruder wie auch er selbst erlitten Schusswunden. Er lebte eine Zeit lang als illegaler Flüchtling in den Staaten, heiratete und wurde trotzdem ausgeschafft.

Doch er lässt sich nicht unterkriegen, schaut auf das Gute im Leben, ist jederzeit für einen Spass zu haben und stolz ein Bewohner dieser Stadt zu sein. Wie er, hat sich auch Medellin aus der Asche erhoben. Es wird viel Geld investiert um das Stadtbild zu ändern, zum Bespiel ist hier der einzige Ort mit einer Metro in ganz Kolumbien. Oder wie sie durch Rolltreppen im kriminelsten und steilsten Stadtviertel ein bisschen Normalität schufen. Für einen Besuch reichte es uns leider nicht mehr. Genauso wichtig ist Sozialhilfe und Bildung, es gibt mehrere Orte mit freizugänglichen Bibliotheken. Wir staunen über den Kampfgeist und die Lebensfreude der Medelliner. So spannend die ganze Tour war, merken wir trotzdem, dass wir mehr Naturkinder sind. Die restliche Zeit verbrachten wir in Pärke und dem Dörfchen Guatape in der Umgebung Medellins.

Cartagena – angekommen in der Karibik

Endlich sind wir an der Küste angekommen. Per Whatsapp bekamen wir bis anhin nicht selten die Nachricht ‚Was macht ihr in diesen Städten, die sind ja mitten im Land?!‘ Yasmin fragte sich das auch. Doch wenn wir schon hier sind, konnten wir ja auch ein bisschen Sightseeing machen. Es liegt ja am Weg und wir haben Zeit. Aber jetzt geht es richtig los. Von einem Meer zum anderen. Ihr werdet schon sehen. 🤩Über Cartagena sagt man, es sei die schönste Stadt in der Karibik. Die Stadtmauer schütze früher vor Piraten und ist heute noch grösstenteils erhalten. Auch sonst gibt es das eine oder andere gut restaurierte Gebäude. Wir fühlen uns wohl, beim Flanieren durch die Stadt, obwohl auch hier Taschendiebe ihr Unwesen treiben. Doch Sightseeing machen wir nur so nebenbei. Deshalb gibt es kaum Bilder.Die paar Tage hier nutzten wir lieber, um unser Tauchequipment einzuweihen. Die Riffe hier sind in einem grandiosen Zustand, alles bunt und farbig. Dagegen sahen wir nur eher herkömliche Fische. Haie und Grossfische warten wohl an einem anderen Spot auf uns.Ja und dann ist Cartagena noch ein Hotspot für Kite-Surfer. Die Augen von Daniel funkelten. Sein letzter Surftag ist doch schon acht Jahre her. So investierten wir einen Tag am Strand und er genoss das Wellenreiten fast für sich alleine.So nebenbei lernten wir ein kolumbianisches Sprichwort, wörtlich übersetzt meint es etwa: „Zeig niemals deine Papaya“. Na was könnte das heissen?

10 Replies to “Drei Perlen in Kolumbien”

  1. Ihr 2 Lieben,
    vielen Dank für die schönen Bilder und die treffenden Berichte dazu. Wir reisen mit euch und freuen uns auf jeden neuen Bericht.
    Ganz liebi Grüess vo de Engelburger Oma und Opa

  2. Hey ihr zwei Liebe
    So wunderschöni Fotos vo eure exklusive Weltreis!! Danke vielmal dörfed mir immer wieder wüsse wo ihr sind und was ihr mached, so lieb! B’hüät eui Gott! Gaby

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