Keinen Tag zu viel in Auckland

Wow, wie schnell drei Wochen vergehen können! Uns war keine Minute langweilig. Wir genossen es, einen festen Wohnsitz zu haben und am Abend mit einer Familie am Tisch zu quatschen. Manchmal machten wir Ausflüge an anderen Tagen planten wir einfach unsere weitere Reise vom Wohnzimmer aus. Wir nutzten diese Zeit auch, um die Magenbeschwerden richtig los zu werden. Flohsamen, Probiotikum und Reis halfen dabei. Bis jetzt gab es keinen Rückfall. Jupieh! 🙂

Einen unserer Ausflüge führte uns nach Rangitoto. Es ist die jüngste Vulkaninsel vor Auckland. Yasmin hat sich vor der Abreise wahnsinnige Sorgen gemacht. Man müsse umbedingt das letzte Boot am Nachmittag erwischen, sonst gäbe es keine Möglichkeit mehr, diesen unbewohnten Ort am gleichen Tag zu verlassen. Wenn die See aber zu unruhig ist, hält das Boot auf der anderen Seite der Insel. Sie malte sich aus, wie wir pünktlich am Hafen stehen und dann hören, dass es der falsche sei…
Doch alle Sorgen waren um sonst, die Insel ist zwar unbewohnt. Trotzdem wimmelte es von Menschen. Touristen und Einheimische hatten das gleiche Ausflugsziel an diesem schönen Tag mitten in den Osterferien. 😀

Kein Meer und trotzdem malerisch!

Queenstown ist ein Ort der Waghalsigen. Man kann mit dem Fallschirm von Klippen springen, sich aus Flugzeugen stürzen und es heisst, dass Bungee Jumping hier sogar erfunden wurde. Aber all diese Aktivitäten liessen wir links liegen. Was machen zwei Taucher, wenn sie in den Bergen sind? Wir genossen es, die schöne Landschaft zu Fuss zu erkunden und unser neues Spielzeug auszuprobieren. Merkt ihr einen Unterschied bei den Bildern?

Auf einem zweistündigen Spaziergang um den Lake Hayes, begleitete uns die längste Zeit einen Regenbogen. Das gibt der wolkenverhangenen Landschaft einen besonderen Touch. Uns erinnern Regenbögen immer an Noah. Wen noch?

Das kleine Örtchen Milford Sound

Milford Sound liegt irgendwo im Nirgendwo und vor unserer Anreise fragten wir uns, welcher Mensch echt dort wohnen würde? Niemand, wie sich herausstellte. Es hat als einziges eine Lodge und einen kleinen touristischen Hafen zwei Stunden vom nächsten Dörfchen entfernt. Trotzdem zieht dieser Ort über eine halbe Million Besucher pro Jahr an, um bei einer Bootstour dabei zu sein. Denn es heisst, dass diese Region das achte Weltwunder sei.

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Wir hatten besonderes Glück und sahen nicht nur einen Seelöwen, sondern auch Delfine!


Zusätzlich zur Tour buchten wir noch einen Halt beim Unterwasser-Observatorium. 60 Treppen führten uns zur einzigartigen Tierwelt, ganz ohne nass zu werden. Obwohl wir nur zehn Meter unter der Wasseroberfläche waren, sahen wir die schwarze Koralle. Der Name ist zuerst ein bisschen verwirrend. Denn wir sehen einfach die ganz weissen Polypen, aber diese bilden ein ganz schwarzes Skelett. Mehrheitlich lebt diese Art auf 50 Meter Tiefe. Die Bedingungen in diesem Sound sind aber so, dass sie schon in geringer Tiefe ideale Lebensumstände vorfindet. Dazu gehört, dass die Gletscher-Wasserfälle für eine kühle Umgebung sorgen und dass durch einen Unterwasserberg am Eingang des Sounds kaum Wellen in der Meerenge gebildet werden. Aber vor allem auch, weil das Regenwasser im umgebenen Wald dunkel gefärbt wird und somit die oberste Schicht kaum Licht durchlässt. Bei unserem Besuch war es das schönste Wetter, somit war diese Schicht kaum vorhanden und der Effekt nicht so gut sichtbar.

Dieser Sound (Meerenge) ist übrigens eigentlich ein Fjord. Die Entdecker dieses wunderschönen Fleckchen Erde haben zuerst nicht erkannt, dass die Gletscher für dessen Entstehung verantwortlich sind anstatt ein Fluss. Ein feines und kleines Detail, welches für die Namensgebung wichtig gewesen wäre.

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Wir waren auch erstaunt über die Tatsache, dass es hier einen Regenwald gibt! Wir verbinden Regenwälder mit Hitze, schwüler Luft, Leoparden und Tapire. Aber hier liegen unterhalb der Gletscher direkt neben der Küste ein dichter Wald. Die Bäume sind dicht mit Moos bewachsen, damit sie bei Dürre trotzdem genügend Flüssigkeit erhalten. Übrigens sprechen sie hier von einer Dürre, wenn es sechs Tage hinter einander nicht geregnet hat.

Primär sollten in diesem Gebiet Vögel leben. Wir hätten zu gerne, den Bergpapagai „Kea“ gesehen. Anscheinend sichtet man diese häufig auf der langen Strasse nach Milford Sound. Doch wir hatten einfach Pech. Auch bei unserem Besuch im „Bird Sanctuary“ in Te Anau wurden wir nicht fündig. Aber wir haben ja noch ein paar weitere Bergpässe vor uns, vielleicht haben wir noch Glück. Dafür konnten wir bei der Fütterung der Takahe zuschauen. Es ist der seltenste einheimische Vogel. Lange Zeit dachte man, er wäre ausgestorben. Doch dann fand man ganz unverhofft eine kleine Population hier um Milford Sound. Die Vögel brüten am Boden und sind somit leichte Beute für vom Ausland importierte und ausgesetzte Tiere. Opossum, Raten und Hermeline sind für alle einheimische Vögel ein grosses Problem. Deshalb fanden wir auch in Rangitoto, Queenstown und sonst überall diese Fallen. Allein um die letzten 300 Takahes zu schützen wurden in ihrer Region über 3000 Fallen aufgestellt.

Jetzt haben wir aber genug geplappert und zeigen euch zum Abschluss noch tolle Bilder von unserer Fahrt nach Milford Sound. Die Strecke dauert zwar je zwei Stunden, dabei wir einem aber bestimmt nicht langweilig!

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10 Replies to “Zwei Taucher im Bergparadies von Neuseeland”

  1. Hallo Ihr Zwei Lieben!

    Draussen schneit es voll. Die Leute hier sind genau gleich angezogen, wie Ihr am Milford Sound. Also Schnee und Kälte rund um den Globus. Das sind ja gewaltige Bergmassive. Als Schweizer könnte man echt neidisch werden. Wir wünschen Euch weiter tolle Erlebnisse in guter Gesundheit und wir freuen uns auf jede weiter Reportage. Die Bilder sind echt super und der Text professionell. Wir gratulieren! Liebe Grüsse Opa + Oma

    1. Hallo ihr Lieben
      Danke für eure Worte und die liebevollen Komplimente 😊 Ich denke, am meisten beneide ich, dass die Berge direkt neben dem Meer stehen. Das wäre doch einfach phenomenal bei unsern Schweizer Bergen 😂 Liebe Grüüsse zurück und möge der Frühling bald vollends erwachen. 💜

  2. Ja die neue Kamera macht es aus:) Traumhafte Bilder lassen uns schwärmen zu Hause:) Weiterhin alles Gute auf Eurer Reise, liebe Gruess Anita und Urs

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