Busfahren in Fidschi

Wir wollten keine weitere Zeit in Nadi vertrödeln, nachdem der Yasawa-Flyer um 18:00 Uhr im Hafen bei Denerau ankam. Daher eilten wir an den Busbahnhof und kauften uns Tickets zur Coral Coast. Von mehreren Einheimischen wurden wir angesprochen. Es ist wohl selten, dass sich Touristen in den Bus verirren.

Hai-Fütterung an der Coral Coast

Fidschi ist für die Hai-Fütterungs-Tauchgänge bekannt. Meine Mama schüttelt jetzt wohl den Kopf, denn sie hat mir schon als Kind beigebracht, dass man Fische nicht füttert. Die können schon für sich selber sorgen. Da ein Tauchbüro neben unserer Unterkunft war, schauten wir bei den „Coral Coast Divers“ vorbei. Und irgendwie klingt es logisch, was die erzählen. Die Riffe vor Fidschi sind überfischt. Es gibt kaum noch grössere Fische, da der menschliche Hunger unersättlich ist und alle rausgefischt werden. Wir nehmen, ohne etwas zurückzugeben. Alike und Gabriel haben an ihrem Riff „The Colosseum“ ein Naturschutzgebiet erschaffen. Niemand darf dort fischen gehen und sie geben den Fischen etwas zurück. Bei Suva kaufen sie Fischabfälle ein und füttern damit nicht nur Haie, sondern alle Fische. Die grössen Rifffische wie Schnapper und Grouper finden wieder genug zu fressen, werden stärker und die Anzahl ihres Nachwuchs steigt. Da auch ihre Fressfeinde die Haie gefüttert werden, steigt ihre Überlebenschance. Das Riff explodiert nur so von Leben, gerade im Vergleich mit anderen Riffen in diesem Land. Hast du gewusst, dass zu einem gesunden zwei Kilometer langen Riff mindestens zwei Riffhaie gehören? Sie regulieren den Fischbestand vor Ort. Gibt es eher viele grössere Raubfische, werden die gefressen. Gibt es gerade mehr Korallenfresser, ist es wahrscheinlicher bei einer Jagd, diese zu fangen. Wir sassen pro Tauchgang etwa 30 Minuten hinter einer selbstgebauten Mauer und vor uns war die Fressparty. Es hatte so viele Fische, dass wir beim ersten Tauchgang kaum Haie sahen. Wir sahen den Wald vor lauter Bäumen nicht! Beim zweiten Tauchgang, wussten wir das wir eher am Rand des grossen Gewusels die prächtigen Bullenhaie sehen, insgesamt waren 14 davon unterwegs, dazu kommen noch Zitronenhaie, Ammenhaie, Schwarzspitzen- und Silberspitzenhaie. Übrigens sind das eher wenige Bullenhaie. Die trächtigen Weibchen gehen im November die Flüsse hoch, um zu gebären. Die anderen legen weite Strecken zurück, um ein paarungswilliges Männchen zu finden.

Während des Tauchgangs haben wir uns stets sicher gefühlt. Während wir total fasziniert nach vorne geblickt haben, standen drei Bewacher hinter uns, checkten unseren Luftverbrauch und das kein Tier uns zu nahe kommt. Dabei waren nicht die Haie das Problem. Ohne dass ich es realisiert habe, tänzelte eine hungrige Muräne um meine Beine. Der aufmerksame Guide rettete zuerst mich und dann Daniel mit einem kräftigen Ruck nach hinten.

Jetzt noch ein paar Hai-Fakten:

Von Attacken durch eines Bullenhai liest man immer wieder. Das bedeutet aber nicht, dass es besonders aggressive Tiere sind. Tigerhaie wohnen nur in wärmeren Gewässern, weisse Haie wohnen nur in kühleren Gewässern und der Bullenhai besiedelt beide Gebiete. Ebenfalls schwimmt er im Gegenteil zu seinen Artgenossen Flüsse hoch. Er jagt gerne in düsteren Gewässern, wozu Strände mit aufgewirbelten Sand zählen. Die Berührungspunkte zwischen Mensch und Bullenhai sind einfach grösser als mit vergleichbar grossen Haiarten und daher geschehen öfters Unfälle.

Der Ammenhai hat Muskeln bei den Kiemen, so kann er auf dem Boden liegend Wasser durch seine Kiemen stossen. Die anderen Haie müssen ständig in Bewegung bleiben, damit das Wasser durch die Kiemen fliesst. Dagegen ist sein Mund zu klein, um anständig zu essen. Er kann damit vor allem nur saugen. Damit die Stücke genug klein sind, wälzt er sich auf dem Boden hin und her, dabei zerkleinern seine spitzen Zähne die Mahlzeit.

Und dann ist da noch Diva. Mein Tauchanzug war Inspiration für ihren Namen. Der Silberspitzenhai frisst gerne, bevor die Bullenhaie eintreffen. Sie gehört zu den Hochseehaien, wobei ihre Art als einziges auch bei Riffen anzutreffen ist. Sie kam uns besonders nahe, schwamm sogar über unsere Köpfe hinweg. So gelangen uns ganz tolle Aufnahmen von ihr.

Es war auf alle Fälle ein eindrücklicher Tauchgang. Ob das Füttern der Fische wirklich nachhaltig das Riffleben verbessert oder ob die Tiere ihre natürlichen Verhaltensweisen dadurch ändern, können wir nicht beurteilen. Die Zukunft wird es zeigen.

6 Replies to “Spontanes Reisen in Fidschi – Part 2”

  1. Hallo, ihr beide. Da kann man nur staunen, was ihr alles erleben könnt. Dani du siehst wieder gesund aus. Danke für die schönen Bilder und Gegenden die ihr geniessen könnt. Wir wünschen euch beiden eine gesegnete Advendszeit. Ganz herzlich grüssen Oma und Opa

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