Wenn man mit dem Flugzeug zu einer Insel ohne Massentourismus fliegt

Die Anreise war bereits ein Abenteuer für sich. Unser Hotel hat den Shuttle viel zu früh bestellt und wir warteten knapp drei Stunden am Flughafen in Suva. Beim Check-In mussten wir beide mit unserem Handgepäck auf die Waage stehen, denn mit der Platzzuweisung muss das Flugzeug ausbalanciert werden. Wie winzig die Propellermaschiene sein wird, deutete sich bereits an, als wir zu acht in der Wartehalle sassen. Schlussendlich gab es nicht einmal eine Tür zum Cockpit, wir konnten den Piloten problemlos bei der Arbeit zusehen. Daniel war ganz damit beschäftigt, die grandiose Aussicht zu fotografieren. Yasmin hielt sich einfach am Sitz fest. Nach knapp einer Stunde landeten wir sicher auf dem kleinen Flughafen, wo unser Gepäck von Hand zu uns getragen wurde.

Grossartiges Farbenspiel unter Wasser

Wir wollten umbedingt nach Taveuni, weil man von hier das Rainbow-Reef betaucht. Besonders berühmt ist es, für seine Anzahl an Weichkorallen. Bei Strömung öffnen diese ihre Knospen und lassen das Riff in den schönsten Farben erstrahlen und dann sind da noch die tausenden bunten Riffische. Das reinste Farbenwunder! Es war atemberaubend schön.

Ausflug über die Insel

Doch wir wollten nicht nur die Unterwasserwelt von hier bestaunen. Deshalb machten wir uns an unserem tauchfreien Tag auf, mit einem Mietauto die Insel abzufahren. Der erste Halt, war bei den Tavoro Falls. Während knapp 1.5 Stunden läuft man entlang des Tracks an drei Wasserfällen vorbei, danach geht man den gleichen Weg zurück. Das Wetter war während unseres gesamten Aufenthalts eher durchzogen. Aber dieser Ausflug fiel wortwörtlich ins Wasser. Dauerregen begleitete uns während der gesamte Wanderung. Wir wurden bis auf die Unterhosen klitschnass. Der Weg war mehr ein kleiner Bach. Wir waren so durchgeweicht, dass wir kein Bad in den Wasserfallbecken brauchten. Das die Sonne nicht auf uns niederbrannte, war aber durchaus auch ein Vorteil. Vor Überhitzung mussten wir uns definitiv nicht fürchten. Der Regen machte auch, dass die Wasserfälle noch imposanter die Felsen runterstürzten.

Wieder beim Parkplatz angekommen, wartete bereits die dort wohnende Familie mit feinem regionalen Essen auf uns. Wir lieben das einfache Fidschi-Essen, hier hatten wir das beste und zugleich günstigste Essen in Taveuni. Reis mit Gemüse in fein-gewürzter Curry-Sauce.

Mit dem Auto fuhren wir dann noch auf die andere Seite der Insel. Daniel genoss dabei, das off-road Fahren. Es gibt hier nämlich kaum geteerte Strassen. Yasmin mag es überhaupt nicht und wurde nicht selten nervös. Wie wird sie das in Australien aushalten? Wir fanden noch ein Blowhole und der 180° Längengrad. Dieser ist richtungsgebend als Datumsgrenze. Damit der Westen von Taveuni nicht ein anderes Datum hat, als der Rest vom Land, wurde diese ins Meer verlegt. Du siehst es auch auf der Weltkarte. Dort wo die sonst gerade Datumsgrenze einen Knick hat, liegt Taveuni. Die Attraktionen der Insel sind leider nicht mit Richtungspfeilen angeschrieben, so konnten wir den Wasserfall, den man als Rutsche verwenden kann, nicht finden. Es war aber such schon spät und Zeit, unsere Backpacks zu packen.

Unsere letzte Station in Fidschi

Der Rückweg zur Hauptinsel war dem Hinflug sehr ähnlich, ausser dass es noch mehr rüttelte. Ein Freund von Freunden erwartete uns dieses Mal in Nadi. Veejay hat zwanzig Jahren in der Schweiz gewohnt und uns liebenswürdigerweise zu sich eingeladen. Unsere verbleibende Zeit verbrachten wir mit ihm in Lautoka. Wir machten nichts und doch wahnsinnig viel. Essen war eine Hauptbeschäftigung, sei dies für zwei-drei Franken auswärts in kleinen Imbissbuden, bei seiner Schwester oder im Garten über dem eigenen Feuer. Wir gingen zum Strand und kühlten uns ab, denn es war extrem heiss und hörten seiner Geschichte zu. Dies führte uns zum Hof seiner Familie. Früher war Zuckerrohr die grosse Einnahmequelle des Landes. Mittlerweile ist das Geschäft damit nicht mehr lukrativ, so hat die Regierung den Schwerpunkt der Wirtschaft auf den Tourismus gelegt. Und auf dem Familienhof wird nicht mehr wirklich angepflanzt, trotzdem durften wir auf so einem Rohr kauen. Es ist erstaunlich saftig und hat eine angenheme Süsse.

Dann waren die drei Wochen in Fidschi vorbei. Der letzte Morgen brach an und wir sahen sogar den Sonnenaufgang. Es ist ein ganz besonderer, es ist nämlich der erste Sonnenaufgang des Tages auf der gesamten Welt.

lautoka_sonnenaufgang

6 Replies to “Weiterreisen nach Taveuni – Das Paradies für Weichkorallen”

  1. Yasmin und Dani
    Eure Fotos und Berichte verursachen in mir ein Flashback: Südpazifik, Neuseeland, etc. – Susanne und ich waren dort vor 32 Jahren. Ich zehre heute noch davon. Die Welt ist wunderschön. Ich mag es euch sooo gönnen, könnt ihr diese Wunder auch erleben.
    Ich grüsse euch herzlich,
    Jürg

    1. Hallo Jürg
      Danke für deinen lieben Kommentar. Wie Recht du hast, die Welt ist wunderschön und wir sind sehr dankbar, dürfen wir sie bereisen! Wir sind uns sicher, dass wir auch in 32 Jahren gerne daran zurückdenken!
      Bestimmt haben die Länder noch ganz anders ausgesehen als ihr dort gewesen seid. Gerade Fidschi hat heutzutage sehr touristische Orte!
      Liebe Grüsse an alle!
      Daniel und Yasmin

  2. Hallo Ihr Zwei! Laut Weltkarte kurvt Ihr ja schon ganz heftig in und um Perth herum. Nimmt uns wunder, wie es Euch geht. Ist Deine Gesundheit, Dani, jetzt stabil? Wir warten auf neue Fotos vom Aussie-Land. Die lange Fahrt quer durch den Südteil des Landes muss der Hammer gewesen sein. Weihnachtliche Stimmung kommt bei Buschbrand-Nachrichten und den hohen Temperaturen, die Ihr vermutlich zu ertragen habt, wohl eher selten auf. Wir wünschen Euch trotzdem etwas weihnachtliche Stimmung im Herzen und über die Festtage hinweg hoffen wir für Euch gute Begegnungen mit Christen und auch ein wenig Gemeinschaft. Wir denken täglich an Euch und sind in Gedanken oft bei Euch.
    Mit lieben Grüssen ……..die Engelburger Oma/Opa

    1. Hallo ihr zwei Lieben <3
      Es war schön heute, mit euch zu telefonieren! Bei unserer Ankunft in Perth waren die Temperatur extrem hoch, mittlerweile wurde es "kühler" und es ist sehr angenehm. Wir hoffen, dass das so bleibt. Daniel geht es meistens gut. Aber auch hier sind wir weiterhin froh um Gebet. Ein nervöser Magen verschwindet nicht so von heute auf morgen. Wir müssen einfach geduldig sein und vertrauen. Liebe Grüsse an euch! <3

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