An den Tauchermessen in Europa hörten wir immer, wie wunderschön die Unterwasserwelt in Papua Neuginea (PNG) ist. Kaum Touristen kämen dahin und deshalb ist der Fischreichtum und die Korallenvielfalt einzigartig. Auf dieser Seite der Erde wurden wir aber besorgt angeschaut: „Warum um alles in der Welt wollt ihr ausgerechnet dahin?!“ Das Land ist politisch instabil und kann durchaus gefährlich für Touristen sein. Günstige Unterkünfte gibt es nicht, Backpacking ist kaum möglich. Aber die Reiseargentur der Schweiz hat uns ermöglicht, trotzdem dahin zu reisen. In einem kleinen, nicht ganz günstigem Taucher-Hotel verbrachten wir zehn wunderschöne Tage.

Tauchen in Papua Neuginea

So verbrachten wir jeden Tag unter Wasser. Viel mehr kann man auch auf der kleinen Insel nicht tun. Beim ersten Tauchgang kamen wir richtig ins Schwitzen. Das Wasser ist auch noch auf 30 Meter tiefe etwa 30° warm. Da liessen wir glatt unsere Neoprenanzüge für die nächsten Tage im Tauchzentrum.

An zwei Tagen waren wir die einzigen Taucher vor Ort. Da baten wir den Guide, uns die Seepferde zu zeigen. Nicht die winzig kleinen, die man nur mit Lupe erkennt. Sondern ein richtiges. Dafür muss man an einen Ort mit dem Namen Bottleshop fahren. Der am Hafen von Kavieng liegende Tauchplatz eine grosse Müllhalde. Anstelle von Korallen findet man Flaschen, Dosen und sogar einen Staubsaugerkopf. Aber viele kleine Lebewesen fühlen sich genau da wohl. So fanden wir an diesem Tag gleich vier Seepferde in sehr flachem Gewässer. Ihre Grösse hat uns einfach umgehauen, viel grösser als alles was man in Aquarien sieht!

Wir entdeckten alte und neue Bekannte. Da wir zum Geburtstag je eine Unterwassertaschenlampe geschenkt bekamen, können wir aber alle viel besser ausleuchten und die Fotos werden grossartig. Einige der unterstehenden Fotos gehören zu unseren neuen Favoriten. Welches ist eures?

Der schönste Moment der Reise

Die Hotelbesitzer haben es sich zur Aufgabe gemacht, Schildkröten zu schützen. So gehen sie jeweils morgens auf kleine Nachbarsinseln und suchen nach frisch gelegten Schildkröten-Eier. Diese graben sie aus, damit sie auf der Lissenung Insel sicher wieder in den Sand gelegt werden. Somit verhindern sie, dass Einheimische die Eier aufessen. Da Schildkröten bereits vom Aussterben bedroht sind, sollte man darauf verzichten.

Bereits am ersten Abend war der Geburtstermin eines Schildkröten-Nests. So versammelten wir uns kurz vor Sonnenuntergang davor, halfen den kleinen beim sich Rausbuddeln, wogen ihr Gewicht und brachten sie in einer grossen Kiste zum Strand. Das letzte Stückchen müssen sie aber alleine laufen. Denn dadurch nehmen sie die Magnetfelder auf und wissen später, wohin sie zurückkehren müssen, um selber Eier abzulegen. Wie die Babyschildkröten über den Sand krabbelten war einfach ein magischer Moment!

Insgesamt hat das Hotel seit Beginn dieses Projekts 15’000 Schildkröten freigelassen. Die Zahl scheint unfassbar gross, da aber wissenschaftlich erwiesen etwa nur 1 von 1000 Schildkröten das erwachsenen Alter erreicht, sind auch so grosse Anzahlen von Baby-Schildkröten notwendig um den Fortbestand ihrer Art zu gewährleisten.

Bye bye Südpazifik

Wer weiss, was noch passiert. Aber vorerst wird PNG die letzte Insel im Südpazifik sein, die wir besuchen. Morgens um drei Uhr machten wir mit einem Nussschalenboot auf den Weg zum Flughafen. Es war stockdunkel und die Wellen schlugen an unser Boot. Das liess unser Herz ein bisschen schneller schlagen. Doch scheinbar sei es hier normal, im dunkeln über das Meer zu rasen.

Bevor wir in das Flugzeug einsteigen konnten, wurden wir von der Natur mit einem imposanten Lichtspiel verabschieden. Die folgende Foto wurde nicht mit Farbfiltern bearbeitet. Es ist so, wie es wirklich war!

4 Replies to “Wir erfüllen uns einen Traum in Papua Neuginea”

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